Der Hausaltar und Ihai-Täfelchen für die Ahnen von Japan

Die japanische Urreligion ist der Shinto, gefolgt vom Buddhismus. Dies sind die beiden Hauptreligionen in Japan. Der japanische Buddhismus gehört dem Mahayana- Buddhismus an. Zen, Amitabha und der Nirchiren-Buddhismus zählen zu den bekanntesten Formen des Buddhismus in Japan. Die Mehrzahl der Japaner werden nach buddhistischem Ritus eingeäschert und dann in einer Urne beigesetzt. Innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Hinscheiden erfolgt die Einäscherung. Die Bestattungszeremonie ist ein kompliziertes Amt, welches eigentlich immer nur dem ältesten Sohn zusteht. Jedoch ist vielen Familien der Zeitaufwand zu groß und die Zeremonie zu kostspielig geworden. Aus diesem Grund werden die Bestattungen oft an Bestattungsunternehmen weiter gegeben, die diese nach strengem Ritus durchführen.

Die Aufbahrung des Leichnams erfolgt immer so, dass der Kopf des Verstorbenen nach Norden zeigt. Denn auch Buddha ist einst ins Nirvana eingegangen mit nordwärts gewandtem Haupt. Die Aufbahrung erfolgt im eigenen Haus, und der Leichnam wird feierlich mit vielen Blumen geschmückt. Das weiße Totenhemd soll an ein Pilgergewand erinnern und damit die bevorstehende Reise in das Nirvana symbolisieren. Damit der Verstorbene die Überfahrt über den Fluss der Unterwelt zahlen kann, werden ihm 6 Münzen auf seine letzte Reise mitgegeben.

In der ersten Nacht wird die Totenwache im engsten Familienkreis abgehalten. Der Leiter der Trauerzeremonie trägt genau wie der Verstorbene ein weißes Gewand und spricht die Gebete. Der Hausschrein wird mit weißen Tüchern behängt. Das soll die Hinterbliebenen vor Verunreinigung schützen und das Unglück fern halten. Die eigentliche Trauerfeier im Kreis aller Verwandten und Bekannten findet dann einen Tag nach dem Ableben des Verstorbenen statt. Die Trauergäste bringen kleine Opfergaben und Räucherstäbchen mit und legen diese am Hausaltar nieder. Mit einer Geldspende, die in einem weißen Kuvert hinterlegt wird, wollen sie zur finanziellen Unterstützung der Hinterbliebenen beitragen, die beträchtliche Kosten für das Begräbnis des Begräbnisses aufbringen müssen. Da die so eingenommene Geldsumme sehr hoch ist, wird am Ende der Trauerzeit zum Dank den Geldspendern ein Geschenk gemacht, welches die Hälfte der Summe ausmacht, die gespendet wurde.

Nach der traditionellen Totenwache wird der Tote in einen Sarg gelegt und in Begleitung des engsten Familienkrises zum Krematorium gefahren. Der Sargdeckel wird symbolisch zugenagelt, in dem die Trauernden gemeinsam mit einem Stein auf den Sargnagel klopfen. Schließlich wird der Sarg mit dem Leichnam verbrannt. Damit noch einige Knochenreste übrigbleiben, darf die Verbrennung nicht bei zu hoher Hitze erfolgen. In die Urne wird nämlich nicht die Asche des Verstorbenen, sondern dessen Knochenreste gefüllt. Mit Baumbusstäbchen holen die Hinterbliebenen die Knochenreste aus der Asche und legen sie in die Urne. Nach diesem Ritus werden alle Familienmitglieder, die an dem Ritus teilgenommen haben, mit Salz gereinigt. Nach der Reinigung wird die Urne mit nach Hause genommen, wo sie später im Familiengrab beigesetzt wird.