Wasserbüffel und Tau Tau der Torajer auf Sulawesi aus Indonesien

Die Toraja sind vermutlich schon vor mehr als 2.000 Jahren vom südostasiatischen Festland ins Hochland von Sulawesi eingewandert. Sie werden von den Muslim auf Sulawesi, den Bugis, etwas verächtlich To Riaja genannt, das bedeutet „die Leute aus dem Bergland“. Verächtlich deswegen, weil die Torajas im Gegensatz zu den übrigen Bewohnern Sulawesis, die sich zum Islam bekennen, auch Schweinefleisch essen. Schließlich wurden sie von den Bugis ins Hochland Toraja Tana verdrängt. Die Torajas errichten mächtige Pfahlbauten, deren Dach von der Seite her einem großen Schiffsrumpf gleichen, vielleicht in Erinnerung an ihre einstige lange Reise vom Festland übers Meer auf die Insel. Und ihre kunstvoll verzierten Särge gleichen den Häusern in Schiffsform auf verblüffende Weise.


Traditionelle Häuser der Torajas mit den typischen Dächern in Form von Schiffrümpfen
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Durch viele Jahrhunderte hindurch konnten die Torajas – allen Bekehrungsversuchen von Moslems und Christen zum Trotz – ihren Ahnenkult und ihren Glauben an Dämonen und Geister bis in die heutige Zeit bewahren. In den Dörfern des Hochlands sieht man auch heute noch viele Holzhäuser im Stil der traditionellen Toraja-Architektur. Die Häuser stehen auf Pfählen und ihr weitausladendes Dach gleicht einem Schiffrumpf. Die Verzierungen und Motive an den Wänden und Dachbalken, sowie die Anzahl der Treppenstufen zum Eingang hinauf spiegeln den gesellschaftlichen Rang und das Ansehen wider, welches seine Bewohner im Dorf genießen. Im prächtigsten Haus wohnt folgerichtig der Dorfälteste, dessen Haus allerdings der ganzen Dorfgemeinschaft gehört. Sein Haus wird daher auch für Feste und Versammlungen genutzt. Ihr ganzer Stolz sind die an den vorderen Stützbalken angebrachten Büffelhörner; je mehr Büffelhörner, desto höher die soziale Stellung im Dorf.
 





Die Felsengräber der Toraja, rechts unten im Bild einer der kunstvollen Särge in der typischen Schiffsgiebelform der Torajer

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Viele Touristen machen ein Abstecher von Bali aus, vor allem um den Totenfeiern der Torajas beizuwohnen. Allerdings bekommen sie davon nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen. Denn das gesamte Bestattungszeremoniell kann sich über Jahre hinziehen. Der Verstorbene wird zunächst einbalsamiert und in einem Sarg im Haus aufbewahrt oder in einem provisorischen Grab beerdigt. Die Torajas glauben, dass das diesseitige Leben nur ein Übergangsstadium zum Jenseits darstellt und dass die Seele des Verstorbenen in der Nähe des Leichnams bleibt. Die Familie braucht Zeit und vor allem viel Geld, um die späteren Begräbnisfeiern finanzieren und durchführen zu können.

Zur Begräbnisfeier werden die Verstorbenen exhumiert oder vom Haus abgeholt und in einem großen aufwendig verzierten Sarg, der in verblüffender Weise der Schiffsform der Häuser ähnelt, von den Männern auf einem Bambusgestell zum Festplatz getragen. Der eindrucksvollste Teil des Bestattungsrituals ist wahrscheinlich die Opferung der Wasserbüffel. Je höher das Ansehen des Verstorbenen zu Lebzeiten war, desto mehr Büffel müssen geschlachtet und ihr Fleisch an die Angehörigen und Gäste der Totenfeier verteilt werden. Diese Begräbnisfeierlichkeiten können mehrere Tage dauern, oft nehmen mehrere Hundert Gäste daran teil. Die Toraja glauben, dass die Seele des Verstorbenen ihre Reise gen Süden ins ewige Reich antreten und auf diese Lange Reise werden ihnen Wegzehrung und alle Habseligkeiten mitgegeben, die sie unterwegs benötigen. Büffel und Schweine werden geopfert, damit sie ihn auf dem Weg ins Jenseits begleiten können.

Die Toten werden anschließend in Grabkammern gebettet, die in hohe Felswände gehauen wurden – als Schutz vor Grabräubern. Vor den Felsnischen sind lange Reihen von Holzfiguren postiert, die Abbilder der verstorbenen darstellen und als Grabwächter dienen sollen. Die Aufstellung dieser in traditionellem Weiß bekleideten Figuren bildet den Abschluss des Begräbniszeremoniells. Diese Figuren werden in der Sprache der Toraja Tau Tau‘s genannt. In den 1980-ziger Jahren begannen Grabräuber diese wertvollen Figuren zu stehlen und an Museen zu verkaufen. Bald darauf waren sie in Völkerkunde- und Kunstmuseen in Europa und Amerika zu sehen. Die Torajas begannen daraufhin, ihre Tau Tau‘s an geheimen, schwer zugänglichen Orte zu verstecken. Diejenigen Tau Tau‘s, die aber nach wie vor in der Umgebung ihrer Häuer aufgestellt wurden, schützen sie durch Eisenzäune. So kommt es, dass die Tau Taus, die symbolisch die Verstorbenen darstellen und die Lebenden schützen sollen, nun vor den Lebenden geschützt werden müssen.

Viele Toraja mussten ihre traditonellen Dörfer im Hochland verlassen und an die Küste umseideln, um für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können. Jedoch bleiben sie ihrem heimatdorf verbundenund die Verstrobenen müssen in ihre Heimat zurück gebracht werden. Vielen Torajas fehlte jedoch das Geld, die tuere Überfürhugn zahlen zu können. So wurden ihre Toten fern der Heimat begraben. Einieg der Dorfbewohner sollen nun in der Lage gewesen sein, die Toten wieder zu erwecken und sie allein auf den Weg – Zombeis geich – in ihr Heimatdorf zu schicken. So soll man untewegs solchen Untoten begnetn können, die ihren Weg schnurstracks und unbeirrt fortsetzen. Werden sie angesprochen, so sollen sie augenblicklich kollabieren, unfähig ihren Weg fotsetzen zu können. Als beleg für dieses Ritual ist unter dem Titel The Creepy Walk Dead of Tana Toraja auf youtube ein Video sehen, das zeigt wie ein offenichtlich noch oder wieder lebende Verstorbene von helfern aus ihrem Sarg geholt und aufgestellt wird, um ihre heimreise ins Dorf ihrer Vorfahren anzutreten.